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Herzlich willkommen

        Arbster Depesche          Weihnachten 2022


 

Liebe Freunde und Freundinnen des Hofes Arbste 7, Gäste, Geschäftspartner, Kolleg*innen und Partner unserer Kultur- und Theaterarbeit

 

„Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders.“

Kurt Tucholsky

 

Inmitten einer Liebesgeschichte im Schloß Gripsholm findet sich dieser Satz bei Tucholsky. Unbeschwert wohl gemeint, erscheint er in unseren Zeiten als Einladung, zu erkunden, was dies uns heute bedeuten können. Inzwischen mahnen Klimakatastrophe, Corona und Krieg unerbittlich zum Bedenken: Was meint diese leicht und gewaltig ausgesprochene Behauptung. Wann haben wir uns eine solch fundamentale Betrachtung mal erlaubt. Warum auch, die Winke mit dem Zaunpfahl ignorierend, glaubten wir weiter der Mär des Wachstums, der Vermehrung aller Dinge und konsumierend das Vergnügen suchend statt Sinn, betäubte uns „das wird schon alles wieder irgendwie“.

 

Wäre uns je in den Sinn gekommen, einmal nachzudenken wie lange wir duschen, wie wir uns wärmen, wieviel fossile Rohstoffe wir bedenkenlos verbrauchen, wieviel Emissionen eine ständig wachsende Wirtschaft und unser Konsum hervorrufen? Zu denken an die Qual der Tiere zur Erzeugung unseres Billigfleisches, geschweige an soziales, menschliches Elend das Ausbeutung und Demütigung an vielen Stellen dieser Welt verursacht. Warum auch, wir dachten uns als die Krone (corona!) der Schöpfung, im Zeitalter des Anthropozäns offenbart sich unser Egozentrismus, alles zu dürfen, uns alles zu nehmen von diesem Planeten, mehr als wir brauchen, rücksichtslos, ohne natürliche Feinde (außer uns selbst).

 

Wir alle wissen alles um den Raubbau, die Zerstörung unserer Lebensbedingungen, den dramatischen Niedergang unserer Artenvielfalt. Wissen auch längst um Wege dem Einhalt zu gebieten, seit Jahrzehnten. Und wissen doch, dass noch nichts wirklich Entscheidendes geschehen ist. Und zweifeln auch, ob Montreal (Weltnaturgipfel) wirklich ein Wendepunkt sein kann. Und teilen zunehmend die Ansicht Vieler, dass es zu spät ist, dass Menschheit in Gänze nicht bereit und fähig ist, unser egoistisches Menschenbild und entsprechendes Verhalten zu tauschen mit dem Entschluss, sich an die Seite der Erde, des Planeten zu stellen. Das hieße, bei jeden Tun und Lassen zu spüren, Teil dessen zu sein, was uns nährt, erhält und beschenkt mit Luft, Wasser, Wärme und Nahrung – und Fähigkeit verlieh, die Schönheit in dieser Heimat und die Liebe – wie die Dichter und Wissenschaftler - als Wirkkraft des Lebens zu erkennen.

 

Wie oft haben wir in Jahrzehnten kultureller Arbeit – gemeinsam mit unzähligen anderen Menschen in aller Welt - von diesen Widersprüchen erzählt. Oft fehlten uns zunehmend die Worte -  Zeiten der Sprachlosigkeit. Manchmal bleibt nur die Stille und Innehalten und der Weihnachtsgruß des Hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister besteht aus einem Wort: besinnen.

 

Jammern und tiefe Unzufriedenheit prägen hingegen den unsrigen Alltag. Während aus buddhistischer Sicht klingt: die Freude und Dankbarkeit in dieser Zeit zu leben, weil wir teilhaben könnten an Gestaltung und Bewahrung des Lebens. Und ohne zu wissen, was noch zu schaffen ist, was noch gelingt, nach Albert Schweitzer „zu wirken, so lange wir können“. Es ist das trotzige Trotzdem, Einheit und Verbundenheit mit dem Ganzen suchend, der Weg in den uns gegebenen Tagen, das unsere Mögliche zu tun, entronnen damit Lethargie und Verzweiflung.

 

Konsum und Kapitalismus haben über Zeiten unsere Visionen und Sehnsüchte gekauft und vernichtet. Nicht leicht also, Weihnachten unter diesem Müll zu entdecken. Verständliche Enttäuschung und Kritik an Sprachunfähigkeiten kirchlicher Institutionen bleibt fad, wenn wir nicht selbst Weihnachten – wie viele andere Welterzählungen – als Geschenk, Impuls und Aufforderung annehmen, über den Tellerrand unseres ICHs zu schauen, unser Leben wirklich zu leben und zu entdecken dass es vielleicht ganz anders ist als gedacht, erwünscht oder gefürchtet. „Wir feiern Weihnachten, auf dass diese Geburt auch in uns Menschen geschieht. Wenn sie aber nicht in mir geschieht, was hilft sie mir dann? Gerade, dass sie auch in mir geschehe, darin liegt alles.“ (Meister Eckhardt)

 

Spiritualität umfaßt nur das was wir neben altem Wissen längst von unseren Naturwissenschaftlern erfahren haben, dass „alles miteinander verbunden ist“ (H.P. Dürr u.v.a.), Ausprägungen eines Urkerns – und wir erspüren und erzählen davon, weil wir sicher sind, dass Frieden mit dem Planeten, der Schöpfung und somit Bewahrung unseres Lebens nur getragen werden kann aus einer fundamentalen Umkehr unserer Sicht und Lebensweisen. Nur aus dieser Hoffnung erwächst nachhaltiges Handeln – und wir heben den vermuteten Widerspruch zu politischem Handeln auf, indem wir weiterhin in Hochachtung des Engagements der Fridays For Future, der Extension Rebellion, der Generationenstiftung und der Letzten Generation an deren Seite stehen und agieren – nicht ohne tagtäglich unseren praktischen Alltag zu betrachten, Verzicht auf Überflüssiges, Verbundenheit finden im Vorhandenen. Und nicht zu vergessen: erwachende tiefe Freude inmitten des Unfriedens ist stärkte Gefährtin auf dem Wegen des Wandels.

 

Jeder Augenblick ist bereit zu Neuem, zu Veränderungen, nicht gewünschten oft, aber auch zu von uns bestärktem, intendiertem Wandel – und Weihnachten, Wintersonnenwende und Rauhnächte sind derer besondere, Wirk- und Einladungszeiten Kairos‘, des griechischen Gottes des günstigen Augenblicks. Die Zeiten sind rissig geworden, die Oberfläche birst, unter dem Pflaster liegt der Strand, es ist der leichte Sand der Sehnsucht nach Tiefe und Neusicht der wahr-genommen will. Und „Utopien sind in diesen Zeiten das einzig Realistische“ (Oskar Negt). Täglich das Leben mit seinem Wunsch „ganz anders“ erkannt zu werden. Machen wir uns auf den Weg.


Seid bewahrt in rauen Winden. Stille, Aufbegehren und Handeln mögen sich uns allen als lebendige Geschwister verstehen und dem ICH sei ein bescheidenerer Platz zugewiesen. Mögen wir in diesen Tagen der Unruhe viel Kostbareres entdecken, unsere Herzen öffnen können für andere, gerade für die die besorgter sind als andere - neue Ausdrucksweisen finden für Nähe, neue Worte und Blicke statt vermeintlicher alter Normalität. - Lernen wir wieder zu „lauschen“, zu befreunden mit unserer Erde, allen Mit-Lebewesen, Bäumen und Blumen. Was viele Kulturen Gott nennen lebt nicht im Himmel, sondern west in alledem.

 

Unsere Kulturarbeit wird sich weiterhin verändern von Veranstaltungen und Festen zum Aufbau von Netzwerken, in denen Klima, Gemeinschaft und Zukunftsfähigkeit im Mittelpunkt stehen. Unser Dank gilt allen Gästen auf dem Hof und unterwegs, allen Kolleg*innen und Teilnehmer*innen unserer Projekte – ebenso wie unseren Handwerkern, Mitarbeiter*innen und den Mitgliedern des Vereins, unseren Tierärzten und dem Hufschmied. - Wir danken für Freundlichkeit und finanzielle Hilfen in diesen nicht leichten Zeiten der Kultur - für Unterstützung, Ermutigung und das Geschenk Eures Hierseins - für Weg-Begleitungen und gute Worte, Wünsche und Geschenke, die uns erreichten – für Begegnungen, deren Inhalte sich auch in unseren Worten wiederfinden.

 

Wir werden sehen, wie sich dieses Jahr gestaltet, wie anders das Leben wohl ist - gern sehen wir Sie bei unseren Projekten und Veranstaltungen und im Netzwerk ÄNDERN LEBEN. Gesundheit, Vertrauen und Zuversicht mögen uns alle im neuen Jahr begleiten.

 

Gesegnete Weihnacht und ein frohes und erfülltes Neues Jahr wünschen Menschen, Tiere und Bäume auf dem Hof Arbste 7 - Vera & Peter Henze - Land & Kunst e.V.

 

 

„Alles eine Frage der Kultur“ - weiterhin: auch in diesen besonderen Zeiten

Es sind besondere Zeiten in denen wir leben, Wissenschaftler*innen bezeichnen sie oft als „Antropozän“, als die von Menschen bestimmte Zeit. Und es ist dem Menschen gelungen, in wenigen Jahrhunderten und letztlich im Zeitraum von zwei Generationen die Erde, der Planet ihres Leben, zu zerstören – in einer Weise, dass wir nicht wissen, ob und wie lange sie uns Menschen noch Heimat bieten kann.

 

Sollte es gelingen, einen Wandel herbeizuführen, der unseren Lebenswandel an den Möglichkeiten und auch den „Interessen“ des Planeten samt aller seiner Lebewesen orientiert, so wird neben vornehmlich ökonomischen und konsumorientierten Veränderungen vor allem kulturelle Antworten auf ein anderes Leben notwendig sein. Was wir essen, wie wir Tiere halten, wie wir produzieren und konsumieren, wie wir mit Fremden umgehen und das Gefälle zwischen Arm und Reich verändern – das alles ist eine Frage der Kultur, eine Frage wie wir zukünftig leben wollen.

 

Land & Kunst e.V., beheimatet im niedersächsischen ländlichen Raum orientiert sich in seinem Tun an diesen drängenden Fragen für ein gutes Leben für morgen und für alle. Das beginnt auf dem Hof, setzt sich fort in der Region und im großen Diskurs national und international. Weil jede wirkliche Veränderung von unten beginnt, und ein neuer Narrativ, eine neue Erzählung vom Leben miteinander, von vielen getragen und vorgelebt werden muss.

 

Seid eingeladen, uns auf diesen Reisen, den vielerlei Gedanken und praktischen Vorschlägen zu begleiten. Die folgenden Seiten werden davon erzählen.

... was zu tun ist
Programme für die Zeitenwende

Es war eine wundervolle Veranstaltungsreihe mit vielen berührenden Begegnungen und Impulsen. Eine Fortsetzung dieser auf Wandel und Nachhaltigkeit ausgerichteten Reihe wird sicher in 2023 folgen.

Fridays for Future

 

Wir rufen auf zur Teilnahme an einer Klima-Kunst-Aktion am Freitag, den 23. September 2022 um 15.30 Uhr in Bruchhausen-Vilsen, am Platz gegenüber Weinladen und Eisdiele (Ecke Bahnhofstraße/Bollenstraße). Texte und Musik erinnern an das dringlichste Thema unserer Zeit. Es wär schön, wenn alle Teilnehmer*innen gekleidet in viel Blau und Grün erscheinen würden: den Farben dieses unseren Planeten, in Solidarität und zur Unterstützung der Fridays For Future. – Bitte um Achtsamkeit, Testen und Abstände angesichts der noch herrschenden Corona-Pandemie!

 

Corona und der Krieg haben für Monate das dringlichste Problem unserer Zeit aus unserer Aufmerksamkeit verdrängt: Die Klimakatastrophe – keine Bedrohung mehr nur, vielmehr: sie ist längst angekommen, auf dem ganzen Erdball und eben auch vor unseren Haustüren. Und alles hat miteinander zu tun: Die Überhitzung und Ausbeutung der Erde, Kämpfe, Krieg und Geschäft mit Energie – und eine Pandemie als Folge von Zoonosen, Ergebnisse ungebremster Globalisierung. Ein wirklicher Wandel bedarf auch der kulturellen Antwort, denn: wie wir leben ist eine Frage der Kultur. - Es sind unsere Kinder und Jugendlichen, die nicht nachlassen auf die Dramatik der Veränderungen unseres Planeten aufmerksam zu machen, und wieder gehen sie zu Tausenden auf die Straßen. Friedlich und gleichwohl entschlossen, endlich zu wirklichem Handeln und zu Veränderungen aufzurufen. Wir schon seit Jahren stehen Land & Kunst e.V., das TafelTheater und viele Bürger*innen den Jugendlichen zur Seite – auch in unserer kleinen Gemeinde.

 

 

 

Kontakt

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